Tag 29 - Zen und die Kunst, Wildschweine zu ignorieren

Im Wald hinter meinem Tiny Haus lebte vor rund 200 Jahren ein Eremit, der bis zu seinem Tod im Alter von 96 Jahren ganze 26 Jahre im Schweigen verbracht haben soll. Eine wunderbare Verbindung zu meinem Projekt.
Heute bin ich um 4 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Also machte ich mich auf den Weg zu seiner ehemaligen Klause, gut drei Kilometer bergauf – von ihr sind nur noch Reste im Wald zu finden. Bei Sonnenaufgang meditierte ich dort im Steinkreis.
Etwa eine halbe Stunde saß ich schon, als sich eine Herde Wildschweine näherte – 8 bis 10 ausgewachsene Tiere, begleitet von rund 20 Frischlingen. Eines kam bis auf zehn Meter an mich heran, bevor es die anderen warnte und die ganze Horde lautlos im Wald verschwand.
Und doch: Ich fühlte mich sicher. Als könnte mir an diesem besonderen Ort nichts geschehen.
Schön, wem oder was man begegnet, wenn man zur frühen Stunde die Geistern des Waldes sucht.
