Tag 34 - Zuhören kann so schön sein!
Mir wird oft die Frage gestellt, ob ich nicht wie ein Mülleimer mit all den schwierigen und belastenden Dingen vollgestopft werde, die man sich vielleicht lieber nicht anhören möchte. Ja, es gibt viele schwierige Dinge, die ich höre.
Manche sprechen über Krankheit, Depressionen, über Verlust. Ein Mann, unheilbar an Krebs erkrankt, erzählte mir, dass seine Mutter wohl bald den zweiten Sohn überleben wird, da sie schon den ersten an Krebs verloren hatte. Andere sind auf der Suche nach Sinn und wissen nicht, wie sie ihr Leben weiter gestalten sollen. Ich hörte auch die Geschichten einiger Obdachloser, die mir von ihrem Leben auf der Straße berichteten, zum Teil auch, was ihnen widerfahren war und wie sie dorthin gelangt waren.
Aber ich bekomme nicht nur solche Geschichten zu hören! Wer ein guter Zuhörer ist, dem erzählt man auch gerne, was einem alles Gutes widerfahren ist. Auch die Menschen, denen es gut geht, freuen sich, wenn sie durch ein Lächeln oder tiefe Mitfreude bezeugt bekommen, wie es ihnen gerade geht. Musiker und Dichter spüren ebenfalls, wenn ihnen jemand wirklich zuhört. Das beeinflusst, wie sie spielen oder mir etwas vortragen.
Letztlich würde ich sagen, dass es sich die Waage hält. Das Schwierige wechselt sich mit dem Schönen ab. Denn wer bereit ist, wirklich zuzuhören – ganz gleich, worum es geht –, kann die Seele eines Menschen tief berühren. Und das erfüllt nicht nur sie, sondern auch mich!
Danke an Fried-Jürgen Bachl für das kleine Konzert!