Werner Pokorny – und was ich ihm verdanke

Dass ich für eine Zeit lang im Tiny House in Ettlingen lebe konnte und mein Projekt Ich höre zu – Ein Jahr im Schweigen realisieren kann, verdanke ich maßgeblich Werner Pokorny. Er war mein Professor an der Kunstakademie Stuttgart – und einer der wichtigsten Wegbereiter meiner künstlerischen Laufbahn.
Als ich im zweiten Semester kurz vor dem Studienabbruch stand, riet er mir, meine Kunst aus dem zu schöpfen, was mich wirklich interessiert – dem Reisen. Das war ein Wendepunkt. Von da an wurde das Unterwegssein zu meinem zentralen künstlerischen Ausdruck. Auch nach dem Studium unterstützte mich Werner weiter: Er vermittelte Kontakte, half finanziell und glaubte früh an meine Projekte.
Auch an meinem aktuellen Vorhaben hat er entscheidend mitgewirkt – obwohl er vor zweieinhalb Jahren viel zu früh verstorben ist. Letztes Jahr fragte mich die Künstlerin Gabriela Oberkofler, ob ich Teil des KUNSTPFADES „WERNER POKORNY IM DIALOG“ in Ettlingen sein möchte. Sie kuratiert dieses Projekt in Gedenken an ihn und lud dafür vier seiner ehemaligen Studierenden ein: Anne Römpp, Kestutis Svirnelis, Stefan Rohrer und mich.
Der Skulpturenpfad war ein Herzensprojekt von Werner, das er über Jahrzehnte verfolgt hat. Nun bin ich selbst Teil davon – und die Gage aus diesem Projekt ermöglicht es mir, während meines Schweigejahrs Fixkosten wie Miete und Sozialversicherung zu decken. Es fühlt sich an, als würde Werner auch heute noch im Hintergrund die Fäden ziehen. Danke, Werner!
Mein großer Dank gilt auch der Stadt Ettlingen, OB Johannes Arnold, dem Kulturamt mit Christoph Bader und vor allem Daniela Maier vom Museum Ettlingen für die engagierte Unterstützung.


